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Im Gegensatz zu dem noch nicht so touristischen Hinterland ist In Serande ist der klassische ***Sterne-Tourismus mit Mittelkassehotels und zugebauten Stränden bereits voll angekommen und wir beschließen sofort weiter der Küste bis Himare zu folgen. Die Küstenstraße ist gut ausgebaut und sicher auch für große Wohnmobile geeignet. Himare liegt noch knapp vor dem 1.000 m hohen Llogarepass, der die albanische Riviera nach Norden begrenzt. Wir sehen auf der Strecke viele kleine fast unberührte Buchte, haben aber leider keine Zeit dort einen Tag zu verbringen. Nach nunmehr 3 Tagen offline wollen wir zur Abwechslung einen Campingplatz mit Strandzugang und sauberen Duschen.

Unsere erste Wahl ist der Camping Moskato (GPS 40006’35,6“ N; 19043’22,2“ E) Der Campingplatz wird von sehr engagierten und freundlichen Besitzern geführt und hat eine neue Toilettenanlage, sowie ein stabiles und leistungsfähiges Wifi investiert. Der nächste Schritt werden die Duschen sein, die heute zwar einfach aber sauber und mit funktionierendem Warmwasser ausgestattet sind.

Am nächsten Morgen ist zumindest mal ein halber Strandtag drin. Wir können Liegen und Sonnenschirm kostenlos nutzen und es stellt sich ein Gefühl wie in einem italienischen Strandbad ein – nur nicht so voll.

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So braten wir bei fast 300C bis 14:00 Uhr vor uns hin bis wir schließlich doch aufbrechen.

Weiter geht´s Richtung Norden. Zwei Ziele liegen noch vor uns. Zum einen Orikum, eine altgriechische Gründung, in der vom Meer durch die Halbinsel Karaburum geschützt ein guter Platz für einen Handelshafen war. Zum zweiten planen wir unsere nächste Übernachtung am Kloster Zervenec, das kurz hinter Vlore auf einer kleinen Insel in der Lagune von Nartes liegt.

Kurz nach der Abfahrt beginnt bereits der Anstieg auf den Llogarepass, der die albanische Küste teilt. Der pass wirkt auch wie eine kleine Wettergrenze, denn es verschlechtert sich rapide. Als wir oben auf etwas über 1.000 m ankommen pfeift der Wind so stark, dass wir kaum aussteigen können. In den Serpentinen talwärts stehen immer wieder kleine Selbstvermarkter, die Ihren Honig oder Tee anbieten. Auch wir kaufen schnell noch zwei Gläser Honig ein, da wir im vergangenen Jahr die tolle Qualität kennen gelernt hatten.

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In Orikum angekommen wird der fahren wir auf den Damm, der eine kleine Lagune vom Meer trennt. Hier finden wir verschiedene Restaurants, in denen viel frischer Fisch angeboten wird. Wir entscheiden uns für eines mit Bambus und Schilf gedeckter Terrasse. Während des Essens steigert sich der Sturm immer mehr und die Terrassenabdeckung hebt immer wieder ab. Von See her wird es tiefschwarz und wir sehen wie die Regenfront immer näher kommt. Mit den ersten Tropfen flüchten wir wie auch die wenigen anderen Gäste ins Haus. Die an der Promenade stehenden Palmen biegen sich und ich habe etwas Angst, dass sich irgendwo eine Holzplatte oder ein Schild löst und auf unser Wohnmobil kracht.

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Nach einer guten Stunde hat sich das Gewitter ausgetobt und wir können weiter Richtung Vlore fahren. Die Straße führt uns immer an der Küste lang und in einem kleinen Fischerhafen erstehen wir noch frischen Fisch für unseren Grill. Vlore ist eine im Zentrum moderne Stadt, in der der Bau-Boom gut zu sehen ist. Überall werden neue Gebäude hochgezogen, die Strandpromenade könnte auch in Frankreich sein und erinnert uns an den italienischen Badeort San Benedetto del Tronto. Mit etwas Geschick finden wir den richtigen Abzweig und da es auch hier stark geregnet hatte schleichen wir uns vorsichtig eine Piste entlang, deren Schlaglöcher unter einer Seenplatte verborgen liegen. Zur Vorsicht schauen wir vor jedem neuen See einem Einheimischen zu, wie er sein Fahrzeug durchsteuert. So wissen wir wenigstens wo das Wasser wie hoch ist und wo tiefere Löcher lauern. Das geht im Schneckentempo nun fast 2 km, für die wir fast eine Stunde brauchen. Der Rest ist dann wieder einfach und wir erreichen das Kloster Zervenec.

Die Parkmöglichkeiten sind doch sehr beschränkt (vielleicht 5 Fahrzeuge) aber zum Glück kommen wir gerade rechtzeitig als etwas frei wird. Über den Holzsteg, der gerade in Teilen ersetzt wird, besichtigen wir die Klosteranlage. Es ist jedoch mehr die tolle Lage und der Blick auf die Klosterinsel, der den Ort einmalig macht.

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Trotz der engen Parkplatzsituation und auch aufgrund der einsetzenden Dämmerung beschließen wir hier zu nächtigen. Inzwischen ist auch noch ein Wohnmobil mit einem Wiener Ehepaar angekommen, die die ebenfalls übernachten wollen. Nachdem alle Tagesgäste abgefahren sind, bauen wir den Grill an und bereiten unsere in Korce gekauften Würste und das Gemüse vom Markt (Paprika, Tomaten, kleine Gemüsezwiebeln) zu. Selten so geschmackvolle und vollreife Paprika gegessen.

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Morgens werden wir von einem Foodtruck geweckt, die sich vor dem Steg niederlassen, Tische aufstellen und eröffnen. Schon kommen zwei Schafhirten und nehmen ein Raki-Frühstück, ebenso wie der Wächter des Klosters, der auch herüberkommt. Frischer Café Albanese (wie hier der Mokka heißt) ist sehr verlocken und so setzen wir uns auch dazu.

Da wir mit unserem Wohnmobil nicht weiter stören wollen, suchen wir nun einen Weg zum Strand auf der Meeresseite. Es ist immer mit etwas flauem Gefühl verbunden, auf die nächste Schotterpiste (eher Fahrspur) abzubiegen, da mit weder weiß, ob sie zum Ziel führt oder ob es eine Wendemöglichkeit gibt. Also langsam und vorsichtig weiter und zum Glück führt uns die Fahrspur wirklich zu einem schönen und touristenfreien Sandstrand.

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Also Strandliegen raus, Sonnencreme und entspannen bei wieder über 300C. Zwischendurch kommen ein paar Pickups und SUVs vorbei, die die Fahrspuren als schnellste Verbindung von A nach B nutzen. Mittags tut wieder unser Grill gute Dienste und wir haben ein super Mittagessen.

Am späten Nachmittag brechen wir auf, denn leider müssen wir ja über den Landweg zurück und wollen heute auf jeden Fall noch bis hinter Durres kommen. Die Fahrt geht durch die mittelalbanische Küstenregion, die sicher wirtschaftlich am stärksten ist. Wir fahren auf der Nord-Süd-Hauptverkehrsachse und es ist richtig Verkehr LKWs, Privatfahrzeuge und ein paar Touristen, die Mehrzahl sicher auf der Durchreise nach Griechenland. Wir finden unseren Campground „Camping Riviera Shengjin“ (GPS 41047’09,8“ N; 19037’44,6“ E). Bei der Anfahrt muss man leider durch eine nicht sehr einladende Umgebung fahren, der Campground selbst ist aber sehr modern (mit Pool!), sauberen Duschen und Steh-Toiletten. Trotzdem wir alleine im Bar-/ Restaurantbereich waren konnten wir ein wirklich gutes Essen mit frischem Fisch, Gemüse und anderen Beilaen bekommen. Der Preis ist hier natürlich höher als noch im Orikum und erst recht als im Bergland.

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Morgen geht es dann leider schon wieder aus Albanien heraus und Richtung München.