Nach einer Zwischenübernachtung in Trento passieren wir nach ein paar Stunden weiterer Fahrt die eingestürzte Brücke von Genua. Hier gibt es zwar auch einen tollen Stellplatz direkt am Hafen, diesen wollen wir aber heute nicht nutzen, sondern weiter die nächsten Orte Richtung Imperia erkunden. Ziel für heute ist der keine Ort Arenzano direkt ein paar km weiter.

(Markt in Trento)

Wir finden am Ortsende einen auf dem großen Parkplatz eine Übernachtungsgelegenheit. Diesen Platz nutzen bereits auch ein paar andere Wohnmobile. Die Anfahrt des Parkplatzes ist etwas kompliziert, da man diesen nicht direkt von der Hauptstraße (SS 1-Via Aurelia) aus anfahren kann. Man muss am Ortsende rechts den Berg hoch, am ersten Kreisverkehr wieder rechts und dann über den höchsten Punkt der Altstadt wieder zurück durch das Dorf. Kurz bevor man wieder auf die Hauptstraße kommt rechts auf den Parkplatz einbiegen.

Heute am Samstagabend ist in diesem Badeort richtig viel los. Alle sind auf der Straße und sitzen in den Cafes und Bars zum Aperitif.  Auch wir bekommen zum Aperitif verschiedene Snacks (Käse, Salami, eine kleine Portion Nudeln Brot und Crossinis. Die Cocktails und der hiesige Vermentino sind super. Inzwischen ist es 22:00 Uhr und immer noch 260C. Wir wechseln die Bar und das Spiel beginnt von vorne….

Am nächsten Morgen setzen wir unsere Reise weiter Richtung Westen fort. An der gesamten Riviera reiht sich Strandbad an Strandbad und in jeder kleinen Stadt ist trotz Nachsaison noch viel Leben. Unser nächster Stopp ist Savona. Savona ist eine der größeren ligurischen Städte und bekannt als Fährhafen Richtung Korsika und Sardinien. Da wir nach 2 Nächten wieder einmal ver- und entsorgen müssen, wollen wir heute auf einem Campingplatz stehen. Viele Plätze machen jetzt Mitte September bereits zu, so dass wir einen ***-Platz „Camping Vittoria“ nehmen müssen. Der Platz selbst ist stark von italienischen Dauercampern gebucht, hat aber als einer der wenigen, die wir gesehen haben einen direkten Strandzugang, ohne, dass man die SS 1 überqueren muss.

Wir nutzen das relativ frühe Ankommen, nehmen die Bikes herunter und radeln die ca. 4 km bis ins Zentrum von Savona. Zu unserer Freude sind über die meiste Zeit gesondert markierte Radwege vorhanden, so dass wir uns nicht durch den dichten Verkehr zwängen müssen. In Savona ist am heutigen Sonntag ein Markt wie auch ein Flohmarkt. Das Stadtzentrum ist ähnlich wie das von Genua, nur nicht so weitläufig. Toll ist die Umgebung um den Jachthafen. Dieser ist ebenfalls direkt im Zentrum und kann nicht verfehlte werden. Um das Hafenbecken herum befinden sich viele Bars und Restaurants, vor denen man sehr schön draußen bei einem Apperitif oder zum Essen sitzen kann. Auch hier gibt es wieder viele Snacks kostenlos dazu und wir genießen die letzten Sonnenstrahlen dieses Abends.

Auf der Suche nach einem Restaurant fürs Abendessen „stolpern“ wir über einen Streetfood-Kutter. Hier verkauft ein Fischer „Fitto die Mare“ und ein paar Getränke direkt frisch von seinem Boot. Er findet sehr guten Absatz und auch wir kaufen hier unser Abendessen. TOP-Qualität zu günstigen Preisen (7,00 € / Fritto Misto mit Meeresfrüchten und Fisch; 10.00 € nur Meeresfrüchte).

   

Inzwischen ist es dunkel geworden – es ist leider nicht mehr Hochsommer – und wir sind froh, dass wir unsere Bikebeleuchtung dabeihaben.

Auf dem Campingplatz ist nun um 22:00 Uhr bereits alles still und wir setzen uns noch an den Strand und genießen die Ruhe.

Am heutigen Montag ist unser Ziel Finale Ligure, dass wir auch mittags erreichen. Hier ist es brutal schwer einen Parkplatz zu bekommen – eigentlich sogar unmöglich. Am Ortsende gibt es einen Stellplatz am Strand, dieser ist aber nicht schön, da er direkt neben einer Bauruine und außerdem sehr weit außerhalb liegt. Ohne Fahrräder fast nicht zu machen. So lassen wir Finale Ligure aus und fahren nach Finalborgo, einen kleinen Ort bei Finale Ligure, den uns der Campingplatzbetreiber empfohlen hat. Borgoligure ist ähnlich wie Riva di Garda und Arco ein Eldorado für Mountainbiker und Kletterer. Ein großer Santa Cruze-Verleih, ein tolle Altstadt, jüngeres Publikum als in den Badeorten und viele gute Outdoor-Geschäfte prägen das Stadtbild.  Einziger Nachteil: Kaum Parkmöglichkeiten für Camper! Ein Besuch lohnt sich aber trotzdem!

  

Da wir weder in Finale Ligure noch in Borgligure einen Stellplatz für die Nacht gefunden haben, fahren wir einfach an der Küste weiter. In Loano bietet sich ein Yachthafen mit Strandzugang an. Wir finden einen kostenlosen öffentlichen Parkplatz (440 08´ 17“ N; 80 16´ 05“ E). Also schnell noch 2 Stunden an den Strand, dann zum Abendessen. Hier finden wir direkt den OCEAN BAY CLUB der in einem modernen Ambiente bei gute Lounge-Musik eine sehr gute Cocktailkarte hat. Auch das Essen (Fritto di Mare und Risotto mit Verace-Muscheln und Pistazien) ist hervorragend. Da es uns nicht stört, dass wir die einzigen Gäste heute sind, haben wir einen guten Abend.

  

Sonnenaufgang am nächsten Morgen auf unserem Stellplatz:

Am nächsten Vormittag sehen wir uns um 8:00 Uhr den lokalen Fischmarkt des Yachthafen ´s an, dessen Angebot aber etwas limitiert ist und so ist wieder Strand angesagt. Die Liegen sind günstig (Miete 5,00 € / Stück) und wir braten bis 14:00 Uhr in der Sonne. Danach füllen wir unsere Vorräte in einem IperCoop (Einkaufszentrum ca. 12 km auf der SS 1 weiter Richtung Imperia; Beschilderung!) auf. Hier ist wieder zu bemerken, dass die großen Supermärkte wirklich ein fantastisches Frischfischangebot haben.

Nun folgt etwas Alternativprogramm zur Küste. Wir fahren zum Weingut DEPERI (Azienda Agricola Paolo Deperi, Fraz. Caneto 2, 18020 Ranzo) in den ligurischen Bergen. Nach etwas Probieren entscheiden wir uns für einige Flaschen zur Bestandserweiterung unseres Kellers. Eigentlich wollten wir fragen, ob es möglich wäre an der Kellerei zu übernachten. Aufgrund unserer unzureichenden Italienischkenntnisse sowie der fehlenden Englisch-, Französisch- und Deutschkenntnisse unserer Gesprächspartner in der Cantina versuchen wir erst gar nicht diese Frage zu formulieren.  So fahren wir weiter die Bergstraße hinaus und versuchen einen geeigneten Stellplatz für die kommende Nacht zu finden. Die Straße ist extrem eng und führt immer weiter an einer Schlucht entlang Richtung Passhöhe. Auf ca. 780m NN finden wir endlich einen guten Platz mit gigantischer Aussicht auf die umliegenden Dörfer (440 05´ 54“ N; 70 59´ 32“ E). Wir packen den Grill aus, bereiten die im gekauften Gambas und die beiden Doraden zu, und lassen es uns gutgehen.

  

  

etwas später……

  

und noch ein Sonnenaufgang…

 

Morgens geht es wieder runter aus den Seealpen Richtung Imperia, unserer letzten Etappe in Ligurien. Im Imperia war historisch die Grenze zwischen Genua und dem Mailänder Einflussgebiet. Diese Grenze trennt Imperia noch heute in zwei Bereiche. Wir finden einen Campingplatz am westlichen Stadtrand (Camping De Wijnstock). Ein relativ einfacher Platz, von dem sich aber das Centrum mit den Rädern gut erreichen lässt.

Wir radeln an der Küstenlinie entlang, wo es zum Glück auch wieder einen Radweg gibt. Dieser führt und auf einer Panoramaroute direkt zum Hafen, wo sich auch wieder nette Cafe`s und Bars befinden. Hier ist sind die Gäste nicht mehr überwiegend Italiener sondern es gibt wesentlich stärkere englische und amerikanische Touristengruppen.

    

 

Am nächsten Morgen nehmen wir noch kurz ein Frühstück am Hafen, verabschieden uns aus Ligurien und brechen auf in Richtung Piemont.